M250B und Langstrecke

krauthahn
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M250B und Langstrecke

Beitrag von krauthahn » Mo 5. Aug 2019, 23:08

Mein Sohn (19 Jahre, Führerscheinneuling), dem die von mir hier im Forum besprochene Maico seit seinem 18ten gehört, hat sich in den Kopf gesetzt mit der Maico, hier von Frankfurt/Main aus zu seiner Kaserne bei Roth (ca. 30 km südlich Nürnberg, ca 280 km Gesamtstrecke), zu fahren.
15:00 Uhr ging es los. Gepackten Rucksack und Reservekanister auf`s Heck geschnallt, Verpflegungsrucksack auf dem Rücken ging`s über die A3 Richtung Franken.
Am Rasthof "Spessart" der erste Anruf. Alles in Ordnung. Maschine läuft perfekt !
Hinter Würzburg der zweite Anruf. Diesmal will sie nach Betanken nicht mehr anspringen. Laut Sohn lässt sie sich zwar ankicken, nimmt aber nicht richtig Gas an und geht bei Gasrücknahme wieder aus ! Sohn ruft ADAC. Der kommt und stellt fest: "Völlig abgesoffen !" Nach einigen Handgriffen lief sie dann wieder.
Von einem Rasthof bei Erlangen (inzwischen ca. 22:00 Uhr) der dritte Anruf. Sie will wieder nicht anspringen. Gleiche Symptome ! ADAC kommt; gleiche Diagnose ! Maschine samt Sohn aufgeladen und beide nach Roth zur Kaserne gefahren (mittlerweile 02:00 Uhr nachts).
Was meint ihr ? Kann es rein am Absaufen liegen, oder ist das Absaufen nur ein Folgefehler ?
Nochmal die Symptome:
Läuft solange Halb-/Vollgas gefahren wird. Geht aus im Standgas. Lässt sich nicht wieder ankicken. Benzinhahn zu, Trockenkicken, dann kommt sie nach einigen Kickern wieder, nimmt aber kein Gas an und geht wieder aus ! Den Schwimmer (7gr) hat er heute mal ausgebaut und untersucht; ohne Beanstandung. Schwimmernadel kontrolliert; sitzt wo sie soll !
Gruß,
krauthahn

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Günter
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von Günter » Di 6. Aug 2019, 08:25

krauthahn hat geschrieben:
Mo 5. Aug 2019, 23:08
Läuft solange Halb-/Vollgas gefahren wird. Geht aus im Standgas. Lässt sich nicht wieder ankicken. Benzinhahn zu, Trockenkicken, dann kommt sie nach einigen Kickern wieder, nimmt aber kein Gas an und geht wieder aus !

Ferndiagnose ist nicht einfach, wenn sie ständig überfettet, versäuft, kann es sein das der Gummi unten am Chokekolben weg ist, oder das Schwimmerventil nicht ordentlich schließt oder eine Düse sich aus dem Halter gerappelt hat. Ich denke der Vergaser muss mal überprüft, überarbeitet werden.

Mit der M 250 B über die Autobahn ist mutig, da sollte man genau wissen wie die Vergaserabstimmung ist, es kennen wenn der Motor überhitzt und klemmt dann schnell die Kupplung ziehen und den Motor abstellen. Wenn man die Anzeichen das der Kolben gleich klemmt nicht kennt kann der Kolben festgehen das Hinterrad blockieren usw. Vielleicht hat das Überfetten den Motor vor einem Kolbenklemmer bewahrt?
Gruß Günter
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Nico
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von Nico » Di 6. Aug 2019, 13:41

Das kann auch ein Bedienungsfehler sein.
Kalt springt meine Maico gut an aber noch warm nach einer Weile schon mal schlechter.
Durch den Seitenständer dichtet meine Schwimmernadel im Stand nicht richtig.
(Frage an Günter - läßt sich das beheben oder ist das so?)
Auch beim Tanken deshalb immer den Benzinhahn unbedingt schließen.
Wenn man das vergißt ist eine zweitakttaugliche trockene Reservekerze gut.
Mit Ngk-kerzen habe ich Probleme gehabt wenn die nass wurden aber die Ngk-irridium geht gut.
Mit gezogenem Choke startet man den kalten Motor, den warmen Motor ohne.

tante willi
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von tante willi » Di 6. Aug 2019, 18:42

Hallo zusammen Ich werde nie mit meiner m250b auf die Autobahn gehen. Sie ist GS übersetzt da tut es mir schon weh wenn ich sie auf 85 km/h hochjuble. Das Startverhalten ist bei meiner genauso wie bei Nicos Maico. Da muss man schon ein wenig selbst herausfinden wie es am besten geht. Zu den Problemen der Junior Maico wäre zu sagen, Eine Überfettung ist durchaus möglich. Überprüfe mal die Kompression. Es ist auch Denkbar, dass ein Kolbenring gebrochen ist was nicht unbedingt selten vorkommt. Ich hatte das auch schon und der Kolben und der Zylinderkopf waren dann ziemlich eingekerbt. Auch Möglich ist ein verstellter Zündzeitpunkt durch ausgebranntem Unterbrecher oder gebrochener Feder Fliehkraftregler. Schreib mal im Forum wenn Du genaueres weist. Gruß " Tante Willi "
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von krauthahn » Di 6. Aug 2019, 19:25

Danke für die guten Tipps !
Sobald ich an die Maschine rankomme, werde die alle mal abarbeiten.
Noch steht sie ja vor der Kaserne.
Mal seh`n wann ich es schaffe sie mit Hänger zu holen.
Bin selbst gespannt was bei der Geschichte raus kommt !
Ich werde berichten !
Gruß,
krauthahn

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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von krauthahn » Di 6. Aug 2019, 19:43

Noch eine Frage zum Thema.
Bin bisher nur Viertakter gefahren.
Von den berühmten Klemmern bei Zweitaktern habe ich aber schon oft gehört.
Kann man die Anzeichen hier irgendwie beschreiben, oder muss man das mal erlebt haben um sie zu kennen ?
Gruß,
krauthahn

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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von Gilles » Di 6. Aug 2019, 20:57

Hallo
Das errinert mich wenn die MD50 nicht gut angestellt war und viel Mal sollte ich mein Sohn und Maico hollen !!
Gute Besserung ;)
Gruss
Gilles
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von tante willi » Mi 7. Aug 2019, 10:09

Hallo zusammen Ich hatte komischerweise nie einen Kolbenklemmer bei 2- Taktern. Bei 4. Taktern gleich 3 mal. :o 1 mal bei einer Honda XL 125 den habe ich bemerkt und konnte gerade noch die Kupplung ziehen. Das passierte in extremer Schräglage und ich vermute der Ölstand war zu niedrig. Die XL lief zwar noch brauchte aber fast mehr Öl als Benzin. :x Die anderen 2 Kolbenklemmer mit der XT 500 da war ich wohl selbst Schuld. :x Die hatte Neu 27 PS und ich habe sie aufgemacht auf 34 PS dazu mehr Frühzündung und das Ding lief 150. Beide male auf der Autobahn mit Vollgas und Blödsinniger Weise auf dem Weg nach Bruchsal in die Kaserne. Da ging der Motor ohne Vorwarnung kurz fest und Ende im Gelände. Ich Glaube erst wenn man sein Fahrzeug und sein Verhalten Gut kennt kann man einen bevorstehenden Kolbenklemmer bemerken. :) Nun Wünsche ich allen eine Klemmer freie Fahrt. Gruß " Tante Willi "
M 250 B Erst schrauben dann fahren!

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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von Maico-Lehrling » Mi 7. Aug 2019, 14:19

Hallo,
nen Kolbenklemmer kenne ich noch aus Mofa-Zeiten (ganz lange her), da fing der Motor oder die Kolbenringe erst an zu klingeln oder rasseln, und dann war Schluss. Hätte ich bestimmt vermeiden können, aber damals war es halt das erste mal.
Von der Maico her, kenne ich das gar nicht, weil mein Motor ums verrecken nicht mehr anspringt. :evil:

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Günter
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Re: M250B und Langstrecke

Beitrag von Günter » Mi 7. Aug 2019, 17:16

krauthahn hat geschrieben:
Di 6. Aug 2019, 19:43
Von den berühmten Klemmern bei Zweitaktern habe ich aber schon oft gehört.
Kann man die Anzeichen hier irgendwie beschreiben, oder muss man das mal erlebt haben um sie zu kennen ?
Gruß,krauthahn
"alte Hasen" fahren mit "einem Ohr im Motor und einem Finger an der Kupplung".

Das heißt immer auf Veränderung des Motorgeräusches achten, im Zweifelsfall sofort auskuppeln und den Motor abstellen.
Der Motor verliert kurz vor dem Klemmen etwas an Leistung und das Motorgeräusch ändert sich leicht, fängt irgendwie an zu stampfen. Merkt man den Klemmer rechtzeitig muss der Motor nur abkühlen und man kann danach mit der Maico nach Hause fahren. Zuhause den Zylinder runternehmen und schauen was passiert ist. Hat man Glück muss man nur den Aluschmier vom Kolben und der Zylinderwandung entfernen.

Die Maico mag konstante Drehzahl über viele Kilometer gar nicht, besser ist es zwischendurch mal runterschalten, durchbeschleunigen und dann erst wieder in den großen Gang schalten. Serienmäßig ist die Teillastabstimmung eher mager, das kann einen Teillastklemmer geben.

Mit den original Bremsen, Fahrwerk und Motor sind Geschwindigkeiten über 80km/h mit der M 250 B bedenklich, durch Lagerspiele, kurzem Radstand, Geländereifen usw. kann es zu starken unbeherschbaren Fahrwerksunruhen kommen. Der Motor ist im Regelfall nicht vollgasfest, und mit den Bremsen muss man sehr vorausschauend fahren, immer nach einer Lücke suchen falls die Bremsleistung nicht ausreicht.
Bei der BW wurde die M 250 B auf 80Km/h begrenzt.

Als erfahrener Fahrer kann man mit einer optimierten M 250 B auf der Autobahn den LKWs wegfahren. Mit meinem M 250 B Gespann fahre ich fast nur Vollgas, der Vergaser ist in allen Lastbereichen sehr fett abgestimmt damit kann ich unbesorgt Stunden mit der gleichen Geschwindigkeit fahren.
Gruß Günter
Maico hält die Spitze

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