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maico rs 125

Verfasst: Mi 29. Jan 2020, 18:50
von wally
Was waren die Unterschiede zwischen der RS ​​125 und der RS ​​/ 2 125? Außerhalb der Motorleistung. Welche Felgenbreite wurde verwendet?

Danke,
David

Re: maico rs 125

Verfasst: Sa 1. Feb 2020, 21:00
von Neigschmeckter
nach meinem Kenntnis-Stand:
bei den beiden ersten Baujahren (69/70) gab es einige wenige RS mit Borrani WM 0 im Vorderrad, anschließend nur noch WM 1.

Re: maico rs 125

Verfasst: Sa 1. Feb 2020, 23:08
von Günter
waren nicht die ersten 125 RS ein Baukasten?
Heute würde man Tuning Kid dazu sagen.
Gruß Günter

Re: maico rs 125

Verfasst: So 2. Feb 2020, 00:49
von Gilles
Hallo Günter ich habe gelesen dass mit ein Tuning Kit könnte man die RS1 verbesseren.
Was war drinn ? Getriebe 6G und Zylinder ?

Re: maico rs 125

Verfasst: So 2. Feb 2020, 11:21
von Günter
Zitat aus Markt Spezial 2:

Jedenfalls konnten die Maico-Leute im Winter 1967/1968 einen Versuchs-Rennmotor auf Basis des Serientyps erstellen und tauchten beim Clubtraining im Frühjahr 1968 mit ihrem Chef Wilhelm Maisch im Motodrom Hockenheim auf. Zu diesem Zeitpunkt waren 2 Projekte in Planung, zum einen ein kompletter Production-Racer RS II, zum anderen ein Umbausatz RS I, um eine serienmäßige MD125SS motorseitig renntauglich zu machen. Zu dem Umbausatz gehörte Zylinder, Auspuff, Drehschieberdeckel mit Drehschieber und ein 30er Bing Vergaser.
1968 stellte Maico erstmals ein Rennmotorrad eine -Maico RS II- auf der IFMA in Köln vor. Den Umbausatz RS I hatte man zu dem Zeitpunkt ad acta gelegt.

1969 bekam die RS II ein 6 Gang-Getriebe und einen neuen Schaltautomaten. Diese Entwicklungsstufe der RS II hieß laut Prospekt "Straßenrennmaschine 125 RS 6". Wahrscheinlich gab es das 6 Gang Getriebe und den neuen Schaltautomaten zum Nachrüsten der 1968er RS II Modelle als Umbausatz bei Maico zu kaufen.

Gruß Günter

Re: maico rs 125

Verfasst: So 2. Feb 2020, 11:45
von Günter
Prospekt RS II frühe Ausführung mit 5 Gang Getriebe.
Prospekt R SII.jpg
Prospekt R SII.jpg (3.25 MiB) 561 mal betrachtet

Re: maico rs 125

Verfasst: So 2. Feb 2020, 22:47
von Neigschmeckter
@ Günter

das ist der Prospekt, den MAICO auf der IFMA 1968 verteilt hat und der weitestgehend den Status der 1969er RS dokumentiert.
RS I oder RS II gab es damals noch nicht, sondern nur RS.

Nebenbei: Jahrzehnte später ist in den Medien ziemlich viel Blödsinn über die RS geschrieben worden.
Ich kommentiere in der kommenden Woche hier noch einige Posts!

Gruß
N.

Re: maico rs 125

Verfasst: Mo 3. Feb 2020, 06:43
von Gilles
Danke Neigschmeckter ! Bis bald dann.

Re: maico rs 125

Verfasst: Mo 3. Feb 2020, 11:35
von Günter
Neigschmeckter hat geschrieben:
So 2. Feb 2020, 22:47
Nebenbei: Jahrzehnte später ist in den Medien ziemlich viel Blödsinn über die RS geschrieben worden.
Leider haben wir uns an den Blödsinn den "Schreiberlinge" verzapfen gewöhnen müssen da nur wenige wirklich gut arbeiten.
Noch schlimmer ist nur wenn einmal geschriebener Blödsinn immer wieder auftaucht weil einer nur vom anderen den Mist abschreibt.

Gruß Günter

Re: maico rs 125

Verfasst: Sa 8. Feb 2020, 16:45
von Neigschmeckter
Günter hat geschrieben:
So 2. Feb 2020, 11:21
Zitat aus Markt Spezial 2:

Jedenfalls konnten die Maico-Leute im Winter 1967/1968 einen Versuchs-Rennmotor auf Basis des Serientyps erstellen und tauchten beim Clubtraining im Frühjahr 1968 mit ihrem Chef Wilhelm Maisch im Motodrom Hockenheim auf. Zu diesem Zeitpunkt waren 2 Projekte in Planung, zum einen ein kompletter Production-Racer RS II, zum anderen ein Umbausatz RS I, um eine serienmäßige MD125SS motorseitig renntauglich zu machen. Zu dem Umbausatz gehörte Zylinder, Auspuff, Drehschieberdeckel mit Drehschieber und ein 30er Bing Vergaser.
1968 stellte Maico erstmals ein Rennmotorrad eine -Maico RS II- auf der IFMA in Köln vor. Den Umbausatz RS I hatte man zu dem Zeitpunkt ad acta gelegt.

1969 bekam die RS II ein 6 Gang-Getriebe und einen neuen Schaltautomaten. Diese Entwicklungsstufe der RS II hieß laut Prospekt "Straßenrennmaschine 125 RS 6". Wahrscheinlich gab es das 6 Gang Getriebe und den neuen Schaltautomaten zum Nachrüsten der 1968er RS II Modelle als Umbausatz bei Maico zu kaufen.

Gruß Günter
So, es soll endlich weiter gehen:
wer die Karriere von Günter Schier vor seiner MAICO-Zeit kannte, wusste selbstverständlich, dass er bei der notwendigen Überarbeitung des MD 125-Motors keine Chance liegen lassen würde, den Motor für höchstmögliche Leistung vorzubereiten, und das nicht nur für MC und GS. Schon im Sommer 67 entstand eine GS-Version der MD 125 mit minimal angehobenem Hubraum, um bei den Six Days mit zwei Maschinen in der weniger hart umkämpften 175 cc-Klasse starten zu können. Deren Leistung unterschied sich kaum von der Serie, aber im Winter 67/68 wurde die erste MC 125-Serie vorbereitet und der Motor dafür auf ca. 18 PS gebracht, was "keine große Kunst" für die MAICO-Entwicklungs-Abteilung war. Auf der Basis des MC-Motors wurde ein erster Motor für die Straße abgeleitet.
An genau dieser Stelle müsste erst einmal das Verhältnis der MAICO-Geschäftsführung zu einem eventuellen Projekt eines Production Racers erörtert werden, aber das ist ein sehr umfangreiches Thema: viel zu viel für einen Post hier.
Wer daran interessiert ist: wir können das gern einmal bei einem Treffen debattieren.
Der erste "Renn"-Motor mit Straßenabstimmung wurde in eine Serien-MD montiert und Ende Februar auf eigener Achse zum Clubtraining Ende Februar 1968 nach Hockenheim gefahren. Die Leistungsteile wie Rennauspuff, "großer" Vergaser und zugehöriger Drehschieber etc. hatte der Fahrer im Rucksack dabei, zwecks Umrüstung im Fahrerlager.
Wilhelm Maisch war in der Tat zeitweise zugegen, chauffiert wie üblich von WN.
Die seriennahe 125er MAiCO fuhr zur Überraschung der meisten Anwesenden die 125er Bestzeit an dem Tag. Natürlich waren die Top-Fahrer der deutschen 125er Szene wie H.G. Anscheidt mit der Werks-Suzuki oder der vielfache deutsche Meister Walter Scheimann nicht anwesend an dem Tag. Die hätte die MAICO nicht schlagen können. Aber darum ging es ja auch gar nicht. Es sollte nur das Potenzial aufgezeigt werden, einen erfolgversprechenden seriennahen Production Racer auf Basis der MD 125 auf die Räder stellen zu können.
Zugegen war hingegen die von der Presse mit viel Vorschuss-Lorbeer versehene "AMOR Spezial". Bei der Fa. Mohr in Mayen hatte man das Potenzial des MD 125-Motors auch gesehen, hatte dafür einen eigenen Zylinder mit "Auslaß hinten" gießen lassen und ein ansprechend aussehendes Fahrwerk dafür vorbereitet. Die AMOR trat beim Clubtraining an, mit einem Lizenzfahrer, also nicht mit einem Dilettanten im Sattel, und der wurde in der zweiten Trainingsrunde von der MAICO nach der Ostkurve locker überholt. Anschließend sah man von der AMOR nichts mehr, gar nichts! Sie fuhr keine weitere Runde mehr in Hockenheim an dem Tag, und nach meinem Wissen ist das Motorrad überhaupt nie mehr irgendwo angetreten. Ich werde recherchieren, ob sich etwas über den Verbleib der AMOR herausbringen läßt.
Die MAICO wurde übrigens an dem Tag von zwei Fahrern gefahren, und ich habe nie erfahren, wer von den beiden die Bestzeit verbuchen konnte.
Schier arbeitete "nebenbei" weiter an der Hochleistungsversion der MD 125. Die Hockenheimer Demo hatte etliche Fahrer der 125er Ausweisklasse auf den MAICO-Geschmack gebracht, so dass man 1968 ohne MAICO in dieser Klasse chancenlos war. Das war man aber eigentlich auch mit MAICO, denn ein Fahrer, der von Schier mit Versuchsteilen versorgte Manfred Bernsee, gewann jedes Rennen, bei dem er antrat. Er war so überlegen, dass er sich auf der AVUS zB erlauben konnte, mitten im Rennen anzuhalten, um das gelockerte vordere Schutzblech (fragt mich bitte nicht, wie er das gemacht hat, er lebt leider nicht mehr, man kann ihn nicht mehr fragen) "weg zu reißen", und er gewann trotzdem noch.
Günter Schier hatte H. P. Riedl aus Österreich als Testfahrer "mitgebracht", und der setzte die 125er MAICO bei kleinen österreichischen Bergrennen ein. An seinem Motorrad konnte man beobachten, wie die MAICO immer mehr zur "RS" wurde. Der Presse fiel das natürlich nicht auf.

Wenn noch Interesse bestehen sollte: demnächst mehr zur weiteren RS-Geschichte.

Grüßle
N.