Sommerpause???

für das was sonst nirgends rein passt :D

Sommerpause???

Beitragvon Günter » Sa 5. Aug 2017, 09:59

es gibt zur Zeit sehr wenige Beträge, ich habe das Gefühl bei vielen von euch ist zur Zeit Sommerpause.
Trotzdem kann ja der ein oder andere mal "einen Schwank aus seiner Jugend" zum Besten geben.
Gruß Günter
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Re: Sommerpause???

Beitragvon tante willi » Mo 7. Aug 2017, 20:16

Hallo Günter !! Hier ein par Dinge aus meiner Jugendzeit. Ich Denke du und ich spielen in etwa der gleichen Alters Liga :! Ich glaube ich werde dich auch an deine Jugend erinnern. Also ich wusste schon als kleiner Junge wie man mit dem Hammer den Daumen trift.
Natürlich war ich an allen möglichen Technischen Dingen Interessiert. Es ging schon los mit Seifenkistenbau aus alten Kinderwagen.Später bekam ich aus der Nachbarschaft ein Miele Moped mit Keilriemenantrieb geschenkt welches ich zum laufen brachte. Da vor meinem Elternhaus gleich Feld und Waldwege begannen ist ja klar was ein etwa 14 Jähriger machte !! Später kamen 2 DKW Hummel dazu,die ich irgenwie verheizte. Dann kam die Zündapp,Hercules und Kreidlerzeit. Mein erstes Versichertes Moped war aber ein NSU Quickli das bei genügend Frühzündung ganz ordentlich auf Geschwindigkeit kam. Natürlich trafen meine Kumpels und ich uns auf dem sogenannten Latscharieplatz vor dem Rathaus unseres Dorfes. Promt kam ein Polizist aus dem Rathaus ein gewisser Herr H..... und fragte mich nach dem Führerschein den ich aber erst 2 Monate später machte. Damals noch Klasse 4 für Traktor und Moped bis 50 Kubik. Da ich den Führerschein nicht vorweisen konnte fragt er mich nach Namen und Herkunft. Ich nannte Namen und Herkunft . Da sagte Herr H..... ;! " Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir das anders gemacht "! Der Spaß kostete mich glaube ich 165 DM. Natürlich habe ich Landmaschinenmechaniker gelernt zu einer Zeit wo noch Repariert und Improvisiert wurde.Für jeden nicht ganz Legalen Kilometer damals einen Euro und es gäbe einen schönen Urlaub.! Auch wenn ich damals dem einen oder anderen Jäger im Wald das Wild verscheucht habe es war eine schöne Zeit.Ich glaube so etwas wäre Heute nicht mehr möglich.So ihr lieben Maicoschrauber erzählt mal was IHR früher so angestellt habt. Ihr wart doch auch mal Jung !!!!!! :lol: Gruß aus dem Schwarzwald von "Tante Willi "
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Re: Sommerpause???

Beitragvon Gilles » Mo 7. Aug 2017, 23:51

tante willi hat geschrieben:Gruß aus dem Schwarzwald von "Tante Willi "


Hallo Tante Willi,
Du bist gar icht weit von mir....
Könnte gern Dir besichtigen mit eine MD :) oder Du kommst in Strasbourg !
Habe nicht viel Deutsch gesprochen seit OEM Treffen : muss mann imer üben !
Gruss
Gilles
Maico sammlen und Maico fahren !
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Re: Sommerpause???

Beitragvon Günter » Di 8. Aug 2017, 13:03

Hallo Willi, super! Hier mal was zu mir:

Ja, wie kam ich eigentlich zur Maico? War mehr Zufall!

Schon als Bengel habe nachdem mir Fahrrad fahren zu langweilig wurde an Mofas und alten Mopeds die man vom Onkel oder Nachbarn geschenkt bekam meine ersten Schrauber-Erfahrungen gemacht, Miele NSU-Qickly, Rabeneick und wie sie alle hießen. Natürlich mit Fahrradwerkzeug und Wasserpumpenzange, was anders hatte ich damals nicht. Was war ich froh als ich in der Lehre mein eigenes Geld verdiente und mir gescheites Werkzeug kaufen konnte.

Mit 14 durfte man damals sofort Mofa fahren, da wurde dann auch gleich ein Moped-Motor eingebaut. Mit 16 machte ich den Führerschein 4, das war damals auch noch einfach. Mittwochs vormittags am Gewerkschaftshaus erscheinen, einen Prüfungsbogen ausfüllen und anschließend mit dem Moped nach Hause fahren. Der Führerschein kostete damals ca. 25 DM, glaube ich.

In den 70ern hatte ich kein Geld und keinen Sponsor für eine echte 50er, da musste eine Puch M 50 Racing ausreichen. Ein hübsches Ding mit Doppelport- Auspuff, nur ein wenig schwach auf der Brust. Seit ich mich mit meiner damaligen Verlobten mal mit der Puch lang gelegt habe, war für sie Motorrad fahren kein Thema mehr. Als ich 1978 die Führerscheine 1und 3 gemacht hatte wurde die Puch verkauft, ein gebrauchter VW Käfer angeschafft. Danach kamen Bundeswehr, Heirat, 2 Kinder, erst mal andere Themen die wichtig waren.

Irgendwann in den 90ern bot mir ein Arbeitskollege eine 185er Honda an, wäre doch was für den Weg zur Arbeit, damit war ich wieder beim Thema Motorrad gelandet.

Ein Nachbar sprach mich eines Abends an, er hätte da noch eine Maico im Keller liegen. Es war eine Md 125 Bj. 68, leider nicht original sondern zum Rennen fahren umgebaut. Den Motor hatte Adolf Weil dafür gebaut, mit Fächerzylinder, Schwanenhalsansaugstutzen und 32er Vergaser, MC Getriebe usw.. Wenn ich damit zur Arbeit fuhr, schob ich die Md vor dem Ankicken erst einmal 50 m um die nächste Häuserecke, sonst standen morgens um 05:30 h meine Nachbarn „applaudierend“ am Fenster. Die Md wurde nie mein Freund, war in der Stadt nicht fahrbar, auch die Original-Gabel entsprach nicht der zur Verfügung stehenden Leistung . Ich traute mich kaum die Maschine auszufahren, denke 140km/h oder mehr waren möglich. Als mir vom Tannenbaum noch der 2. Gang abschere trennte ich mich wieder von dem Krachmacher.

Ich hatte gehört das die M 250 B als Alltagsmotorrad zu gebrauchen wäre, bei Karl am Kanal ( ein Teilemarkt in Gelsenkirchen) stand dann eine in rot angepinselt mit Kuhfell als Sitzbank. Sie sollte fahrbereit sein, nun ja der Motor ließ sich starten, der Rest war zumindest vorhanden und rollte. Sie wahr nicht zu teuer 600 DM. Mit diesem Haufen Eisen musste ich erst einmal warm werden, die alte Technik begreifen. Internet gab es zu der Zeit noch nicht (laerning by doing) war angesagt. Informationen gab es nur mühselig über Bekannte die bereit waren Unterlagen zu kopieren und per Post zuzusenden. Im Lernprozess habe ich dann auch mal eine Kurbelwelle und einige Kolben auf der Autobahn verheizt, mir war ja nicht bekannt das die M 250 B selten vollgasfest sind. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fuhr ich meine rote M 250 B ca. 4 Jahre als Alltagsfahrzeug, mal hierhin mal dahin, kurz nach Bochum oder Duisburg. In der Firma war ich bald als „Kradmelder“ bekannt.

Im Winter kam ich mir immer etwas doof vor, die Kurven eckig zu fahren, also musste für den Winter ein M 250 B Gespann her. Besichtigungstermin in Duisburg, sah nicht übel aus, der Motor sprang willig an. Probefahrt! Einmal die Straße 50 Meter rauf und runter. Geht ja! Gespannfahren ist doch nicht schwer! Am Gespann funktionierte so weit alles. Der Preis war mit 2500DM wohl auch in Ordnung. Also für Freitag Nachmittag das Geld von der Bank geholt und den Kaufvertrag vorbereitet. Ein Freund fuhr mich mit dem Auto nach Duisburg, und ich fuhr von Duisburg über Oberhausen nach Bottrop mit dem Gespann zurück. Mit Trialreifen auf regennasser Fahrbahn im Berufsverkehr durchs westliche Ruhrgebiet B8. Vor roten Ampeln stand ich erst mal immer mit dem Gespann quer, Klasse!! Es brauchte einige Zeit bis ich kapiert hatte das sich das Gespann nicht wie ein Motorrad mit Gewichtsverlagerung lenken lässt. Viel mehr lenkt man so ein seltsames Dreirad durch kräftiges Ziehen an den Lenkerenden, und durch Gas geben und Anbremsen zum richtigen Zeitpunkt. Als ich klatschenass (nicht vom Regen) zu Hause ankam hatte ich meine erste Lektion Gespannfahren hinter mir.
Meine beiden M 250 B waren natürlich nur bedingt fahrbereit als ich sie bekam, selten wurde vom Besitzer in solch eine Maschine Geld investiert. In den 70er Jahren als sie beim Bund ausgemustert wurden konnte man eine M 250 B ab 50 Mark bei der VEBEG ersteigern. Demnach waren die nächsten Besitzer oft Führerscheinneulinge oder Sparfüchse.
Die Motore hatten dann „Frischölschmierung“ , d.h. man musste oft Öl nachfüllen und überall wo das Motorrad parke markierte es „ sein Revier“ mit Ölflecken. Anfangs brauchte ich unzählige Anläufe um den Motor dicht zu bekommen, es gibt an den Motoren einige Stellen wo sich das Öl gerne herausquält. Zudem bauen die Motoren gern Druck im Getriebe auf und blasen das Öl an den Dichtungen vorbei, Abhilfe schafft hier ein zusätzliches Entlüftungsröhrchen neue Simmeringe.

Irgendwann fiel mir auch eine MC Bj. 80 in die Finger, ein so genanter Chopper. Das 80er Modell hat extrem lange Federwege, ist in engen Kurven nicht so einfach zu fahren.
Mit den Crossern das war auch eine schöne Zeit, mit den Kollegen Rainer und Volker waren wir viele Male „in der Matsche spielen“ An Wettbewerben habe ich nie teilgenommen, mir war der Start beim Cross, wenn alle auf einmal auf die erste Kurve zustürmten nie geheuer.
Im Gelände steigt man mal öfter während der Fahrt vom Moped, wenn man was ausprobiert, an seine Grenzen geht. Normal passiert dabei nie viel, bleibt es bei blauen Flecken, zumal wir immer Helm, Brustpanzer, Crossstiefel usw. trugen.

Einmal habe ich einen gewaltigen Salto gemacht, mit verklemmten Gasschieber viel zu schnell einen Sprunghügel überfahren, mich in der Luft von der Maschine getrennt und auf der Schulter gelandet. War nicht so toll, ich merkte gleich da ist was kaputt gegangen! Ich schaffte es noch mit Mühe meine MC 440 auf den Anhänger zu verladen und mit dem Auto nach Hause zu fahren. Dann duschen und zum Krankenhaus. Das rechte Schlüsselbein war durch der gesamte Oberkörper stark geprellt. Ich bekam einen sog. Rucksackverband verpasst, den trug ich dann einige Wochen. Die rechte Hälfte meines Oberkörpers verfärbte sich grün, blau violett. Schlafen ging die ersten Wochen nur im Sessel sitzend. Es hat mehrere Jahre gedauert bis ich meinen rechten Arm, das Schultergelenk halbwegs belasten konnte. 2 Operationen waren später noch an der Schulter notwendig, da beide Gelenke Schaden genommen hatten. Meine MC 440 hatte nichts abbekommen, aber das Interesse am Geländefahren war vorbei, so habe ich sie dann eines Tages verkauft.
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Re: Sommerpause???

Beitragvon tante willi » Di 8. Aug 2017, 20:19

Hallo Gilles .! Wenn ich meine m250b zugelassen habe würde einem Treffen nichts im Wege stehen. Ich kann so gut wie kein Französisch und kenne mich in Straßburg überhaupt nicht aus aber Kehl oder Offenburg wär ein guter Treffpunkt. Ich melde mich in Jedem Fall bei dir. Gruß " Tante Willi " ;)
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Re: Sommerpause???

Beitragvon tante willi » Di 8. Aug 2017, 20:47

Ja Günter so spielt das Leben ! Mit Motorrad fahren war es bei mir so. Zuerst eine Honda XL 125 Motor verheizt.! Dann eine Jamaha XT 500 im Original 27 PS aufgemacht mit Frühzündung 34 PS ca. 120 kmh und Lehrgeld bezahlt. Da habe ich mich mit meiner Frau auf dem Rücksitz mit einer 850 er Guzzi angelegt. Die Guzzi kam am Berg nicht weg nur habe ich es mit der Schräglage übertrieben ( Stollenbereifung ).Es kam wie es kommen mußte! Ein mal Quer über die Gegenfahrbahn in eine Böschung.Glück im Unglück wir sind mit heftigen Schürfwunden davongekommen. Und wenn ich an das Zerkratzte Helm Visier meiner Frau denke kann ich mir heute noch vorstellen wie ihr Gesicht ausgesehen hätte.! Seither lasse ich alle so schnell fahren wie sie wollen!!! Nach 2 Verheitzten Jamahamotoren kaufte ich eine kleine Honda CM 185 sozusagen als Zweitfahrzeug neben einem Opel Manta A .Durch unseren Nachwuchs war dann auch bald Schluss mit Motorrad fahren. Unsere Kinder sind in der Zwischenzeit Erwachsen und ich bereite mich so ganz langsam auf Rentner da sein. Es sind zwar Aktuell noch 62 Monate bis dahin aber üben kann man schon mal. Und was gibt es schöneres als sein Wissen aufzufrischen und Motorrad zu schrauben .!! In diesem Sinne Gruß Von " Tante Willi ". ;)
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