Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon Günter » So 30. Apr 2017, 16:11

AndreasPiepke hat geschrieben:Ein erneuter Lecktest mit Seifenwasser ergab, dass der Simmering nun dicht ist. Soweit so gut. Der Motor zeigt aber immer noch eine recht hohe Leckrate. Die Zeit zum halbieren des Drucks betraegt ca. 20 s. Beim letzten KTM Motor den ich aufgebaut habe, habe ich ca. 300 s erzielt.
Frage ans Forum: was fuer eine Leckrate ist fuer so einen Motor normal/akzeptabel?

Hallo Andreas, so einen Test habe ich noch nie gemacht, ich klebe alle Dichtungen, Wellendichtringe zusätzlich mit flüssigen Dichtmittel von Loctite oder so ein. Die O-Ringe montiere ich mit Hylomar. Bisher hat das immer gut funktioniert, liefen die Motoren zuverlässig und waren ganz selten noch undicht. Der Neimanzylinder sollte 44mm lang sein, bei kürzeren Zylindern habe ich schon mal mit dem Schutzgasschweißgerät ein paar Millimeter auf den Stahlzapfen aufgelegt, das geht auch.
Gruß Günter
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » So 30. Apr 2017, 23:58

Hallo Guenter,

das hoert sich in der Tat nach einer sehr sorgfaeltigen Vorgehensweise an! Was ich mit dem Lecktest feststelle ist ob's denn auch tatsaechlich so ist wie man sich das erhofft. Im jetztigen Stadium sind solche Probleme noch einfacher zu identifizieren und zu beheben. Gemischabmagerung macht mir Sorge.
Ich habe den Lecktest gestern mit dem montierten Gummiansaugstutzen und der Al-Verbindng zum Vergaser durchgefuehrt. Heute habe ich den Gummistutzen abgenommen und den Zylinder direkt verschlossen. Die Halbwertszeit stieg danach von 0.3 Minuten auf 2 Minuten. Obwohl ich am Gummistutzen kein offensichtliches Problem erkennen kann ist er wahrscheinlich undicht. Da werde ich wohl noch etwas experimentieren muessen.

Ich Weiss deinen Input wirklich zu schaetzen!

Andreas

P.S.: das mit dem Schloss werde ich mir mal anschauen.
P.P.S.: Jetzt da das Problem eingegrenzt ist habe ich fraglichen Gummistutzen mal genauer inspiziert. Wahrscheinlich hat da mal jemand die Schlauchschelle ueberzogen und einen kleinen Riss produziert! Der war nicht so einfach aufzuspueren!
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon Günter » Mo 1. Mai 2017, 09:59

AndreasPiepke hat geschrieben:Hallo Guenter,

das hoert sich in der Tat nach einer sehr sorgfaeltigen Vorgehensweise an! Was ich mit dem Lecktest feststelle ist ob's denn auch tatsaechlich so ist wie man sich das erhofft. Im jetztigen Stadium sind solche Probleme noch einfacher zu identifizieren und zu beheben. Gemischabmagerung macht mir Sorge.

Hallo Andreas,
die Motoren, Ersatzteile, Gehäuse mit denen ich arbeite sind zum Teil über 60 Jahre alt.
Perfekt wird so ein Motor nicht mehr, aber die Change das der Motor nachher gut läuft und das er auf Anhieb dicht ist einfach höher wenn man sich sehr viel Mühe gibt. Die alten Schrauben vom Motor werfe ich meist sofort in den Schrott, ich verwende im Regelfall Inbusschrauben, nur wenn jemand die sichtbaren Schrauben original haben möchte verwende ich Zylinderkopfschrauben mit Schlitz. Das Dichtungsmaterial, Wellendichtringe verwende ich nur Material aus aktueller Fertigung, zur Not schneide ich mir die Dichtungen aus Meterware selber. Leider gibt es die meisten Wellendichtringe nicht in Viton-Qualität sondern in NBR 70. Da muss man einen Kompromiss eingehen, aber alte Lagerware verwahre ich nur als Muster.
Gruß Günter
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon Maico-Mac » Di 2. Mai 2017, 13:11

Wegen dem Schloss:
Den Zapfen kannst du auch ausbauen und einen längeren anfertigen, ist nur mit einem Stift gesichert ;)

Zur Dichtheitsprüfung:
Manchmal schleicht sich die Luft auch auf der linken Seite zwischen Primärkettenrad und Distanzhülse durch, also nicht am Siri!
20 Sekunden sollten allerdings absolut ausreichen.
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » Mi 3. Mai 2017, 17:05

Danke fuer die Hinweise Maico-Mac. Das mit dem Zapfen muss ich mir mal genauer anschauen. Wenn der tatsaechlich ausbaubar ist koennte ich den, der im originalen Schloss verbaut ist wieder verwenden. Das waere eine prima Loesung.
Hinter dem Primaerkettenrad sitzt auch ein Simmering. Den kann ich jetzt leider nicht mehr testen, da er verdeckt ist. Die Leckrate ist mittlerweile doch recht gering (3 Minuten Halbwertszeit), ich glaube ich werde das so akzeptieren.
Naechster Schritt: die hinteren Stossdaempfer montieren. Ich habe ein paar originale Corte-Cosso mit Reservoir gefunden, die werde ich mir am Wochenende mal genauer anschauen.

Gruss

Andreas
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » Do 4. Mai 2017, 17:42

Maico-Mac das hat etwas laenger gedauert, ich verstehe jetzt was du bzgl der linken Kurbelwellenseite meintest. Die im linken Simmering sitzende Stahlbuchse stellt in der Tat ein Gasleck dar. Meine 3 Minuten Gashalbwertszeit sind in dieser Situation wahrscheinlich nicht viel weiter verbesserbar.

Gruss

Andreas
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon Günter » Fr 5. Mai 2017, 21:52

Hallo Andreas,
einen M 250 B Motor habe ich auch schon mal auf außenliegende Simmeringe umgebaut, die Laufbuchse für den Simmering links habe ich mit Loctite "Fügen Welle Nabe" auf die Kurbelwelle geklebt. Passungen sind selten dicht, bei den alten Modellen hat man gern mal Undichtigkeiten am Schaftrad. Da kriecht dann das Öl zwischen Welle und Laufbuchse raus.
Gruß Günter
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » Sa 6. Mai 2017, 13:33

Hallo Guenter,

das ist interessant kommt aber zu spaet fuer mich. Wegen dieser, doch recht kleinen, Leckrate werde ich den Primaertrieb und das Kurbelgehaeuse nicht wieder auseinander bauen. Ich hoffe, der Motor wird spaeter trotzdem vernuenftig und zuverlaessig laufen. Die drei Lecks die ich gefunden und behoben habe waren deutlich groesser als was jetzt noch verbleibt.

Gruss

Andreas
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » Sa 3. Jun 2017, 15:27

Hallo Maico Freunde,

die letzten Wochen habe ich mich um "neue" Stossdaempfer gekuemmert. Ich habe ein Paar Corte & Cossos gefunden, die allerdings nicht mehr so ansprechend aussahen.

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7087_zpshktdjkye.jpg

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7088_zpsjmxeragd.jpg

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7107_zpsww6icsfd.jpg

Die Kolbenstangen der Daempfer sind gerade und rostfrei, die Daempfung in beide Richtungen gut. Hier die Stossdaempfer nach optischer Aufarbeitung (einige Stunden mit Schleifpapier).

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7124_zpsgkebeldn.jpg

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7126_zps4drr5ij7.jpg

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7127_zpsgvzy4a9t.jpg

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7131_zpslllukisd.jpg

Die Aufnahme am Rahmen und der Schwinge benoetigen M8 Schrauben, die Augen der Stossdaempfer habe 12 mm Durchmesser. Ich habe das mit Bronzebuchsen ausgeglichen um neue hochfeste Schrauben verwenden zu koennen.

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7137_zpsgfjwchny.jpg

Mit aufgearbeitetem Haupstaender:
Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7145_zpsnkitld6o.jpg

Nach Einbau der Stossdaempfer:

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7148_zpsocoaxcgj.jpg

Naechster Schritt: Einbau der Vordergabel, bei der neue Simmeringe und o-Ringe montiert wurden. Dank Bernds Hilfe mit den Kerbnaegeln konnte ich auch das Typenschild wieder montieren. Bernd nochmals vielen Dank!

Gruss und frohe Pfingsten

Andreas
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Re: Maico 440 GS (1977) Restaurierung

Beitragvon AndreasPiepke » Sa 1. Jul 2017, 00:52

Ich habe mit meiner GS etwas Fortschritt gemacht:

Bild
http://i1341.photobucket.com/albums/o746/andreas_g_piepke/Maico/100_7230_zpsaljxrlt0.jpg

Bei den Standrohren habe ich eine Abkuerzung genommen. Diese waren im Bereich unter den Lampenhaltern stark korrodiert, was sehr unansehnlich ist. Die Standrohre sind gerade und im Bewegungsbereich frei von Rost. Das das Problem rein aesthetischer Natur ist, habe ich mich entschlossen duenne Edelstahlhuelsen zu montieren, die ich mit den Lampenhaltern fixiere. Die $300 fuer ueberholte Standrohre war mir dann doch etwas zuviel. Das Typenschild ist, dank Bernds Hilfe, auch wieder montiert.
Ich habe mit ein weiteres Hinterrad besorgt, das alte hatte problematische Speichen und, wahrscheinlich wegen falscher Montage, ausgeweitete Loecher in der Nabe. Die radlager habe ich ersetzt.
Eine Frage an die Gruppe: mit welchem Drehmoment zieht ihr den Schwingarm und die Radachsen an?

Spaeter mehr, Gruss

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